Bastelanleitung für einen einfachen
TTTT - Truck
An dieser Stelle möchte ich eine kleine Anleitung für einen TTTT-LKW vorstellen. Es soll hiermit all denjenigen geholfen  werden die gerne so ein Ding auf die Räder stellen wollen, aber sich nicht an so ein Projekt heranwagen.
Es handelt sich hierbei um die einfachste Art einen Trial-Truck zu bauen, die Erfolgsaussichten sind  sehr gut auch ohne
größere Vorkenntnisse im Bereich vom Mikromodellbau. Hilfsmittel in Form von CNC-Dreh- und Fräsmaschine sind nicht
notwendig, eine Ständerbohrmaschine ist aber sehr hilfreich. Aber nun genug der Worte, aufgeht's:


Welches Modell?

Hierbei kommt nicht nur der persönliche Geschmack zum tragen, auch die Möglichkeit und der zur verfügungstehende Raum
ist sehr wichtig. Für den Anfang kann ich einen 2-Achs-Fahrzeug empfehlen.


Fahrgestell

Bei der Herstellung des Fahrzeugrahmens kann man auf zwei Möglichkeiten zurückgreifen. Die erste Variante ist, dass
Plastikfahrgestell zu verwenden. Dazu wird alles das herausgeschnitten wo später die Komponenten für den Fahrbetrieb  eingebaut werden müssen

Die zweite Variante ist die elegantere Lösung, dazu lötet man aus Messingprofilen einen neuen Leiterahmen für das Fahrzeug. Die Maße kann man am Plastikmodell abnehmen. Aber nicht nur das, es ist auch sehr hilfreich die vorderen Kotflügel vom Plastikmodell zu übernehmen.

Leiterahmen aus Messingprofil. Hier ist bereits der Motor und die vorderen Kotflügel eingeklebt. Die Ladefläche wurde bereits für den Motor vorbereitet.

Der Motor, ein Getriebemotor mit einer Untersetzung von ca. 1:180 gibt es bei Lemo-Solar. Die Bezeichnung lautet wie
folgt:  Getriebemotor 181:1 (Glockenankermotor) und ist unter folgender Bestellnummer zu beziehen: Best.-Nr. MC 297180.

Für ein einfaches, oder auch für ein qualitativ gutes Einsteigerfahrzeug ist dieser Motor unschlagbar. Der Nachteil liegt aber in den Abmaßen, somit ist dieses Motor nur für Fahrzeuge mit einem hohen Kofferaufbau oder einer Plane geeignet.  Wer lieber einen kleineren Motor einbauen möchte oder muß, der findet bestimmt die richtige Lösung bei
www.mikroantriebe.de.
Doch zunächst zurück zum Motor, da der Motor geometrisch etwas unförmig ist und ohne eine kleine Abänderung nicht viel
Bodenfreiheit bietet, sollte man die vier Schrauben an der Unterseite lösen und den Getriebedeckel entfernen. Jetzt kann
mit einer Mini-Bohrmaschine die Unterseite ein wenig modifizieren.

Aber Vorsicht! Hier liegen die beiden Kegelräder, die nicht beschädigt werden dürfen. Wer eine andere Untersetzung
anstrebt, muss an dieser Stelle die Zwischenstufe herausnehmen. Abschließend noch die vier Schrauben einsetzen um das
Getriebe wieder zu fixieren.
Am einfachsten wird der Motor im Rahmen mit Stabilit befestigt, dazu setzt man den Motor an die entsprechende Position
im Rahmen ein und fixiert ihn erst mit einem kleinen Tropfen Sekundenkleber und überprüft die korrekte Position.
Wer aber einen Schritt weitergehen möchte, der Kann auch den Motor mit den vier Schrauben befestigen.

Vorderachse

Auch für die Vorderachse gibt es zwei Fertigungsmethoden.  Wiederum handelt es sich wieder um eine einfache und eine
etwas aufwendigere Vartiante. Die Vorderachse eines Faller-Car-Systems läßt sich mit wenigen Handgriffen für den Einsatz fertigstellen. An dieser Stelle kann ich keine näheren Info's bieten, da ich niemals eine Achse in meinen Fahrzeugen eingesetzt habe.
Ich bevorzuge lieber den Eigenbau, hierzu verwende ich Messingprofil 5x3x19mm. Entsprechend der Skizze, die man sich
als pdf-File herunterladen kann, wird das Profil gefertig. Bei den beiden Achsschenkel ebenfalls aus Messing 3x3x3mm wird
ein M2 Gewinde eingebracht für die Befestigung der Kugellager. Anlenkhebel werden aus 0.2mm Messingblech gebogen,
entsprechend gebohrt und angelötet. Ein 0,5mm Messingdraht dient als Lenkgestänge. Die Radaufhängung erfolgt über ein
Kugellager vom Typ 5x2x2mm. Der Innendurchmesser der Felge enspricht dem Außendurchmesser des Kugellagers, dazu wird
die Plastikfelge soweit aufgefräst bis das Lager dort zentrisch hinpasst. Mit einer M2 Schraube kann nun das Kugellager am
Achsschenkel festgeschraubt werden. Die Felge mit dem Reifen wird auf das Kugellager aufgeschoben und mit etwas
Klebstoff fixiert. Hierbei ist darauf zu achten, daß kein Kleber in das Kugellager eintritt.

Nebenstehend ein schematischer Aufbau der Vorderachse. Die Aufhängung/Befestigung der Vorderachse erfolgt über ein
M1,7-Schraube die durch die Bohrung in der Achse und eine entsprechende Aufnahme am Fahrzeugrahmen gehalten wird. Die
Pendelachse ermöglicht es in den meisten Fällen, daß alle Räder den Untergrund berühren.

RC-Komponenten

Wie auch ein großer Modell-LKW benötigt dieses Fahrzeug ein Servo, einen Fahrtregler, einen Empfänger und natürlich auch
Akku's, doch fangen wir zunächst mit dem Servo an. Nicht nur aus dem Grunde, weil es meist am Anfang der Bauperiode
benötigt wird. Servo's gibt es auf dem Markt in Hülle und Fülle, aber wir wollen unser Augenmerkmal auf die kleineren
Exemplare richten. Empfehlen kann ich an dieser Stelle das C141 von Graupner. Es ist mit das kleinste im Handel erhältliche
Servo, was den Geldbeutel auch nicht zu sehr strapaziert. Sollte der Einbauraum dochmal etwas kleiner ausfallen kann mn
dieses Servo von zuviel Gehäuse befreien. Doch Vorsicht, nicht zuviel abschneiden!!!

Auch bei dem Empfänger kann ich auf ein Produkt von Graupner verweisen. Seit kurzem ist ein sehr kleiner Empfänger im
40MHZ-Bereich mit 4-Kanälen im Programm, er läuft unter der Bezweichung XP8 und ist ebenfalls recht erschwinglich.
Auch dieser läßt sich mit wenigen Handgriffen etwas verkleiner, indem man die Steckerleiste auslötet.
Hierbei sollte aber nur der geübte Modellbauer Hand anlegen. Von der Firma Becker gibt es auch einen vergleichbaren
4-Kanal Empfänger im 40MHZ Bereich. Auch dieser läßt sich von dem Gehäuse befreien und ist somit etwas einbaufreundlicher.
Wie auch den Empfänger gibt es bei den Fahrtregler auch mehrer Möglichkeiten einen passenden für das Modell
auszuwählen. Bei den Servos habe ich das C141 für die Lenkung empfohlen, diese Servo eignet sich auch für den Umbau zum
Fahrtregler, dass heißt, hierzu wird das Servo geöffnet und die Elektronik herausgelötet. Es muß jetzt aber noch ein 5k-Poti
wieder angelötet werden, damit eine Neutralstellung justiert werden kann. Die restlichen Komponenten vom Servo kann man
in der Ersatzteilkiste auslagern. Man kann auch einen PIC-Regler in das Modell einbauen, hierzu gibt es mehr Info's unter
www.mikromodell.de
Last but not least, noch ein paar Worte zur Energiequelle. Da der Einbauraum wie immer zu klein ist, sollte man aber
trotzdem die Akku's möglichst groß wählen (Ah-Kapazität), die längere Fahrzeit ist dann die Entschädigung für den
komplizierten Einbau. Aber welche Akku's sind überhaupt geeignet? Nun, eigentlich alle die man von der Größe her Einbauen
kann, es können Wiederaufladbare NiMH-Knopfzellen mit 80 bis 150mAh, oder NiCd-Akkus in ähnlicher Kapazitätsgröße
sein. Tips unter www.micmo.de

Einbau der RC-Komponenten

Bilder geben mehr Auskunft als Worte, deswegen hier nur so viel Text wie nötig....
Die Aufteilung sollte nach Möglichkeit so sein, daß das Gewicht gleichmäßig verteilt ist. Die Akku's haben den größten
Gewichtsanteil und sollten möglichst in der Mitte des Fahrzeuges liegen, oder gleichmaßig im Fahrzeug verteilt. Der
Empfänger ist meistens sehr leicht, in diesem Falle fand er am Ende der Ladefläche platz. Ein Quarzwechsel in dieser
Einbauposition ist sehr einfach.  Der Fahrtregler ist so klein, für ihn findet sich immer Platz. Bei diesem Modell ist er mit doppelseitigem Klebeband am Motor befestigt.

Tuning

Wir wollen ja von unserem fast fertigen Trial-Truck keinen Formel 1 Wagen machen, aber es soll doch keine fahrende
Baustelle bleiben. Die restlichen Teile die noch am Plastikmodell übrig sind, wie zum Beispiel Spiegel, Leitern, Anhängerkuppungen etc. können jetzt an das Fahrzeug angebracht werden. Auch mit etwas Farbe, oder wer mit Airbrush  etwas Übung besitzt kann das Modell hervoragend gestalten, verschieden Lackierungen oder Lackeffecte aber auch Gebrauchsspuren lassen sich realisieren. Ein paar Sponsoren-Aufkleber lassen das kleine Modell kaum noch von einem  Original unterscheiden.

....zu guter Letzt!
Nur Mut, es sieht schwieriger aus als es in Wirklichkeit ist.

                                                         Viel Spaß!
Hier noch ein paar Bauteile für "Standard-Trucks"  oder besonders für die exotischeren Exemplare die mit Sonderfunktionen ausgestattet sind.
Zu beziehen sind die Bauteile bei www.mikroantriebe.de.
Mini-Empfänger
40MHZ mit JST
4-Kanal (23x13x6mm)
Mini-Empfänger
40MHZ mit JST
4-Kanal (25x15x10mm)
Fahrtregler
Vorwärts/Rückwarts
(16,5x9x3mm)
Leichtservo
Motor 7x16mm
Der oben abgebildete Motor ist leider nicht mehr erhältlich, wer noch einen ergattern konnte hatte Glück.

Der Nachfolgetyp mit der Bezeichnung MCM 1813 eignet sich aufgrund zu geringer Untersetzung nicht für TTTT-Fahrzeuge. Alternativen gibt es unter: www.mikroantriebe.de
Akkus NiMH mit 70mAh oder 120mAh sind bei www.mikroantriebe.de
erhältlich